Als die 45-köpfige Reisegruppe der „Brückenbauer“ vom 20. bis 26. April 2026 ihre spanische Partnerstadt Mollet del Vallès besuchte, hätte der Zeitpunkt kaum besser gewählt sein können. Mit dem 23. April fiel der Aufenthalt mitten in eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse Kataloniens: den Sant-Jordi-Tag.
An diesem besonderen Feiertag verwandelt sich die Stadt in ein farbenfrohes Fest voller Leben. Straßen und Plätze sind gesäumt von Buch- und Blumenständen, Musik erklingt aus allen Ecken, Lesungen und Straßenkunst sorgen für eine ausgelassene Atmosphäre. Der Tradition nach schenken Männer den Frauen eine Rose, während sie im Gegenzug ein Buch erhalten – eine schöne Verbindung von Liebe und Literatur.
Manfred Büchele, bei den Brückenbauern für Mollet del Vallès zuständig, und seine Reisegruppe wurde herzlich im Rathaus von der Bürgermeisterin Mireia Dionisio Calé empfangen. Seit Begründung der Städtepartnerschaft im Jahre 2017 war dies die zweite Bürgerreise der Brückenbauer. Das regionale Fernsehen interviewte einige spanisch sprechende Mitreisende ( zum Video auf YouTube).
Unter der engagierten und kenntnisreichen Führung von Albert Garcia Macian, zuständig für europäische Projekte, erlebten die Gäste eine moderne und lebendige Stadt, die es versteht, Geschichte und Gegenwart harmonisch zu verbinden. So wurden ehemalige Gutshäuser liebevoll restauriert und dienen heute als Gemeindezentren mit Bibliotheken und vielfältigen Kursangeboten. Kunst und Architektur prägen das Stadtbild ebenso wie grüne Anlagen – und natürlich durfte auch der berühmte jungsteinzeitliche Menhir von Mollet nicht fehlen.
Ein besonderer Einblick in die nachhaltige Entwicklung der Region bot der Besuch des Natur- und Agrargebiets Gallecs. Dieses weitläufige Areal verbindet landwirtschaftliche Nutzung mit Naturschutz und zeichnet sich durch sanfte Hügel, Felder und mediterrane Wälder aus. Neben theoretischen Erläuterungen konnten die Teilnehmenden auch ganz praktisch genießen: Kostproben frisch gebackener Brote machten die nachhaltige Landwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes „schmackhaft“. Eindrucksvoll war auch die romanische Kirche Santa Maria de Gallecs, deren Geschichte durch einen Historiker lebendig vermittelt wurde. Alle folgten aufmerksam den Übersetzungen von Victor Büchele, Sohn des Organisator, welcher über die Reise hinweg eloquent ins Deutsche übertrug.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Ausflug nach Barcelona. Bei einer Führung durch das gotische Viertel erhielten die Teilnehmenden ein Gespür für die Geschichte der Stadt, bevor sie diese individuell erkunden konnten. Tief beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Sagrada Familia: Als am späten Nachmittag das Sonnenlicht durch die farbigen Glasfenster fiel, tauchte es den Innenraum in ein spektakuläres Spiel aus Gold-, Blau-, Orange- und Rottönen.
Am Sant-Jordi-Tag selbst stand neben dem individuellen Erkunden der Feierlichkeiten auch der Besuch des Museums und Wohnhauses des Malers Joan Abelló auf dem Programm.
Auch die katalanische Küste wurde erkundet: In Calella de Palafrugell begann ein malerischer Spaziergang entlang des Küstenwegs nach Llafranc, begleitet von herrlichen Ausblicken auf das Mittelmeer. Einige nahmen anschließend den steilen Aufstieg zum Leuchtturm in Angriff – mit Steigungen von bis zu 20 Prozent. Die Mühe wurde mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, die bei klarer Sicht bis zu den Pyrenäen reichte. Den Abschluss bildete ein entspannter Rundgang durch die Gartenanlagen von Cap Roig.
Am vorletzten Tag führte die Reise nach Girona mit seiner beeindruckenden Altstadt und der mächtigen Kathedrale. Mit dem Besuch des liebevoll restaurierten mittelalterlichen Dorfes Pals klang das Programm aus – ein Ort, der mit seinen engen Gassen und historischem Charme zum Verweilen einlädt.
Neben all den kulturellen Eindrücken blieb vor allem eines in Erinnerung: Die großartige Stimmung innerhalb der Gruppe. Es wurde viel gelacht, intensiv diskutiert und gemeinsam erlebt. Auch kulinarisch ließ die Reise keine Wünsche offen – insbesondere die Vielzahl köstlicher Tapas.
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